Dennemark, Bianca – Pitti auf hoher See

Pitti auf hoher See – Bianca Dennemark

Nach einer rasanten Taxifahrt steigt Natalie etwas blaß um die Nase aus dem Taxi. Doch der Anblick des imposanten Schiffes lässt sie alles vergessen. Nachdem sie die Schiffsbrücke hinauf gestiegen ist, stellen sich der Kapitän und die Besatzung vor, bevor es dann an das Buffet geht. Schnell macht Natalie Bekanntschaft mit einem weiteren Gast des Luxusliners. Mario Pitti scheint wie sie selbst auch etwas fehl am Platz zu sein. Vielleicht sind sie deshalb auf einer Wellenlänge? Zumindest sind beide Klatsch und Tratsch nicht abgeneigt, und davon gibt es einiges auf so einer Kreuzfahrt…
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Natalie schreibt Liebesromane, hat die Kreuzfahrt von ihrer Großmutter bekommen. Sie selbst könnte sich so eine luxuriöse Fahrt nicht leisten. Mario Pitti wurde die Kreuzfahrt von seinem Chef spendiert, zum ausspannen und erholen, erzählt er Natalie. Der komische Kauz nimmt sich selbst nicht all zu ernst, wird darum erst mal von seinen Mitreisenden unterschätzt, was ihm aber sehr zu Gute kommt.
Emilia und Susann sind typische Gäste, zwei ältere, sympathische und wohlhabende Damen mit einer Vorliebe für Tratschereien.

Die Beschreibung der Personen und des Schiffes ist sehr ausführlich, schnell hatte ich von allem ein Bild vor Augen. Auch die Persönlichkeiten der jeweiligen Figuren werden gut in Szene gesetzt. Zuerst dachte ich, dass sich die Beschreibung der Personen nur auf die beschränkt, die für die Geschichte wichtig sind. Dann habe ich bemerkt, dass es tatsachlich nur eine handvoll Gäste auf diesem Schiff gibt. Dies erscheint mir aufgrund der Größe doch recht unwahrscheinlich, trotz der Vorkommnisse in der Vergangenheit. Nach einem erneuten Vorfall auf dieser Fahrt sind unter der Handvoll Passagiere zufällig Personen (Mehrzahl!) an Bord, die das ganze aufklären möchten/können/sollen.
Da das Buch unter Cosy-Crime geführt wird, wird man ernsthafte bzw. glaubwürdige Ermittlerarbeit vermissen, dennoch hätte ich mir manchmal ein wenig mehr Realität gewünscht.

Die Autorin verzichtet auf lange Schachtelsätze und Fremdwörter. Erzählung und wörtliche Rede sind ausgeglichen. Ich kam somit gut durch das Buch, es lässt sich leicht und flüssig lesen.
Dennoch hat mich die Anrede Miss immer wieder irritiert. Es ist ein deutscher Kapitän mit vorwiegend deutscher Besatzung und deutschen Passagieren. Außer Mario Pitti, der ist Italiener. Warum dann immer die Anrede „Miss“?
Zudem gibt es einige Fehler, bei der Benennung von Schiffsteilen sowie auch grammatikalische Fehler. Dies ist das Erstlingswerk, es gibt durchaus Potenzial nach oben und ich wünsche der Autorin, dass sie für ihre nächsten Veröffentlichungen professionelle Unterstützung hat.

Fazit: Ein unterhaltsamer Krimi für zwischendurch, für alle die Krimis a`la Agatha Christie mögen.

  • 145 Seiten
  • Verlag: Independently published (22. Mai 2019)
  • ISBN-10: 1796959510
  • ISBN-13: 978-1796959512