Wotschke, Sebastian – Who the fuck is Dracula?

Who the fuck is Dracula – Sebastian Wotschke

Ruben liebt Clarissa, seine hübsche und kultivierte Freundin, der zu Liebe er über seinen Schatten springt um mit ihr und dem schwulen Edgar eine WG zu gründen. Nach und nach zeigt Ruben sein wahres ich und verwandelt sich vom gepflegten, guttaussehenden jungen Mann in einen ungehobelten Rüpel. Erfreut erfährt er von Edgars Auszug aus der Wohnung, doch schon bald wird er sich wünschen, dass Edgar geblieben wäre…


Ruben und seine Freunde sind der Inbegriff des Klischees eines Langzeitstudenten und eines Arbeitslosen. Was Clarissa dennoch an Ruben findet ist mir schleierhaft. Ludwig dagegen ist die Höflichkeit in Person, das krasse Gegenteil zum ungehobelten Ruben. Klar das diese Konstellation nicht friedfertig sein wird.

Mit Wortwitz, gepaart mit der flapsigen Schreibweise, sorgte das Buch für amüsante Lesezeit.
Ruben und seine Kumpels sind so überzeugend realistisch proletenhaft dargestellt, die würden sofort die Hauptrolle in einer RTL-Nachmittagssendung bekommen. In Stammtischmanier geben sie ihre Vorurteile zum Besten. Hier trifft es nun die Untoten, die anders sind, die an allem schuld sind.
Aufgrund des lockeren und flüssigen Schreibstils kam ich sehr zügig durch das Buch, die klaren  und deutlichen Sätze sorgen für einen schnellen Lesefluß, der Autor hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf.

Die Geschichte ist mit ihren 72 Seiten ein netter, schwarzhumoriger Kurzroman für Zwischendurch, durchaus mit Potential nach oben.

  • 78 Seiten
  • Verlag: Independently published (8. März 2019)
  • ISBN-10: 1798732378 ISBN-13: 978-1798732373


Haller, Elias – Küstenstill

Küstenstill – Elias Haller

Ich liebe Bücher mit besonderen Covern, dieses hier ist eines davon. Da ich  bereits mit Begeisterung etwas von Elis Haller gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf diesen Thriller.


„Julia Asmann kommt nackt aus der Dusche, wundert sich kurz dass der CD-Player bei kanpp 2 Minuten auf Pause steht. Sie startet das Lied neu, tanzt etwas, um sich dann vor ihren Laptop zu setzen. Julia ist bei einer Dating-App angemeldet und beginnt wieder mal mit Kai zu chatten. Doch der Chat entwickelt sich in eine unheimliche Richtung die Julia schockiert….“


Die Ermittler Hardy Finkel und Greta Silber arbeiten das erste Mal zusammen, und dann auch noch an einem Fall der einen von ihnen an seine Grenzen bringt. Obwohl dies die erste gemeinsame Ermittlung ist und die beiden einen holprigen Start hatten, stimmen sich schnell aufeinander ein. Hardy wie auch die geschiedene Greta haben ihr Päckchen zu tragen, was das Ganze nicht gerade vereinfacht.

Gleich zu Beginn befindet sich der Leser mitten im ersten Mord, ein klasse Einstieg in das Buch. Die ersten Leseabschnitte waren Dank des flüssigen und packenden Schreibstiles ratzfatz gelesen, dieses Tempo hält durch die kurzen Kapitel und den rasanten Schreibstil das ganze Buch über an. Die Einführung der Charaktere finde ich sehr gelungen. Man erfährt das wesentliche, dennoch ist noch Luft nach oben für die Feinzeichnung. Der Autor lässt dem Leser trotz der detailreichen Schilderungen der Morde noch genügend Freiraum für sein eigenes Kopfkino.

Die Art und Weise in der der Täter seine Hinweise platziert und an die Ermittler weiter gibt ist sehr interessant, die Auflösung dazu hat es in sich. Das Ende ließ mich als gestandene Thriller-Liebhaberin schockiert die Luft anhalten, doch nun ergab alles einen Sinn.

Die vielen Hinweise, Fährten und Rätsel über Rätsel machten es mir nahezu unmöglich das Buch aus den Händen zu legen. Elias Haller hat mich wieder restlos überzeugt mit diesem bemerkenswerten Thriller.

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  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 379 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl: 2919801813
  • Verlag: Edition M (9. Juli 2019)
  • ASIN: B07QNJHP62

Dechant, Klaus Maria – Mordslust

Mordslust – Klaus Maria Dechant

Schon das Cover fand ich so toll und hat mich auf den Inhalt neugierig gemacht, dass ich das Buch einfach lesen musste. Ich hatte das Glück an der Leserunde bei LovelyBooks – Der Treffpunkt für Leser, Autoren und Verlage teilnehmen zu dürfen. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

„Devier hasst Frauen. Schuld daran ist die Mutter, ihr wird die Schuld am Selbstmord des Vaters gegeben, den sie mit ihrer frivolen Art in den Tod getrieben hat. Sie war eine Schlampe, die sogar noch den toten Ehemann als Schlappschwanz beschimpfte. Dies sollte ihr Todesurteil sein…“

Hauptkommissar Guido Ruck mit seiner Vorliebe für derbe Späße mag ich, ich selbst habe auch einen derben Humor ;-). Sein Familienleben dagegen scheint nicht ganz so humorvoll zu verlaufen, weswegen man ihn auch oft „aushäusig“ vorfindet. Seine Kollegin Michi mag ich ebenso, eigentlich untypisch für mich da ich mich meistens für eine Lieblingsperson entscheide. Trotz ihrer Unterschiede passen sie sehr gut zusammen. Auch Buddha, der Gerichtsmediziner, hat bei mir ein Stein im Brett, sein Dialekt macht ihn einfach sympathisch.

Mir gefällt die bildhafte Sprache sehr gut (auch bei den etwas pikanteren Szenen), ich kann mir dadurch einiges sehr gut vorstellen oder sehe es vor mir, auch wenn ich es gar nicht sehen möchte 🙂 Wie zB die Netzpants von Egon, einem Swinger-Club-Besucher, einfach herrlich. Die manchmal fast schon flapsige Schreibweise finde ich ebenfalls super, gepaart mit dem Dialekt ist das Buch sehr flüssig zu lesen, durch die kurzen Kapitel kann man so schön zwischen den Erzählsträngen hin und her switschen.

Das der Leser auch einiges über das Privatleben der beiden Ermittler erfährt, finde ich super. Ich mag es wenn in Büchern auch scheinbare Nebensächlichkeiten beschrieben werden, somit wird eine Geschichte für mich authentischer.

Dem Autor ist es hier hervorragend gelungen, Verwirrung zu stiften, dass ich teilweise selbst nicht mehr wusste wen ich eigentlich verdächtigen soll. Das Ende hat mich dann noch etwas geschockt, mit dieser Entwicklung hatte ich gar nicht gerechnet und hat bei mir auch etwas Unverständnis ausgelöst. Wenn ich mehr dazu schreibe würde ich spoilern, darum müsst ihr es selbst lesen 😉

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung

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  • 302 Seiten
  • Verlag: SWB Media Entertainment; Auflage: 1 (25. Februar 2019)
  • ISBN-10: 3964380067 ISBN-13: 978-3964380067

Marciniak, Stefan – Übertötung Band 2

Übertötung – Stefan Marciniak (Band 2)

Ein gehetzt wirkender Mann steht am Strand des Atlantik, ein vergilbtes Stück Papier in seinen Latexbehandschuhten Händen. Er sieht sich suchend um, plötzlich fällt ein Schuss! Blutend stürzt er in den Sand, als er schnelle Schritte hört. Als ihm das Papier aus den Händen gerissen wird, rappelt er sich auf, versucht zu fliehen, stolpert wieder. Der riesigen Gestalt, die auf ihn zugelaufen kommt, flüstert er noch röchelnd zu: „Ich weiss wo es liegt“…..


Christian und Louise sind ein Paar, irgendwie aber auch wieder nicht, denn da gibt es noch Serge. Eigentlich sollte Louise ihn zum Teufel jagen, mir ist nicht klar was sie an ihm findet und warum diese Dreier-Beziehung.
Christian und Bukowski, sein vorlauter Papagei, bekommen unverhofften Familienzuwachs, dies zeigt eine äusserst sympathische Seite des Ermittlers.
Schön finde ich dass das Team im großen ganzen miteinander harmoniert, quasi die Guten gegen die Bösen, die Rollen sind recht eindeutig verteilt.


Auch hier verknüpft der Autor wieder Gegenwart und Vergangenheit, wie auch im ersten Teil meiner Meinung nach sehr gelungen, allerdings war der erste Teil“geschichtslastiger“. Hier in diesem Buch bringt der Autor auch brisante aktuelle Themen wie Flüchtlinge/Flucht, Politik und Finanzwelt ins Spiel. Persönliche Meinungen eines Autors im Buch finde ich immer etwas problematisch, Stefan Marciniak ist hier der Spagat zwischen Meinung und Story aber sehr gut gelungen.

Die Sprache bildhafte Sprache reisst den Leser wieder schnell mit, viele Szenen sind so sehr gut vorstellbar. Wie z.B. Karens fast schon filmreifer Auftritt. Die Hilflosigkeit der Wirtsleute ist Verständlich, die Souveränität mit der Christian darauf reagiert, gefällt mir gut.

Das überraschende Ende finde ich passend, ein schöner und gelungener Abschluss. Ich kann Stefan Marciniaks Bücher vorbehaltlos weiter empfehlen.

  • Taschenbuch: 260 Seiten
  • Verlag: Independently published (3. Juli 2018)
  • ISBN-10: 1983345490 ISBN-13: 978-1983345494

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Rezension zu Band 1 >>Satisfaktion<<

Summer, Joyce – Madeirasturm

Madeirasturm – Joyce Summer

Francisco lässt sich trotz seines gestrigen feucht-fröhlichen Abend nicht von seinem Training abhalten. Schnell schiesst das Rennkajak über den Atlantik. Durch eine Unachtsamkeit kentert er, beim Versuch das Kajak wieder aufzurichten streift etwas weiches Franciscos Bein. Ein Männergesicht schaut ihn aus trüben Augen an, ein Bein und die Arme sind zerfetzt, das linke Bein fehlt ganz. Doch das stört den Toten wohl nicht mehr…


Comissario Avila ist sehr stolz auf seine Tochter. Der angekündigte Besuch seines Schwiegervaters erfüllt ihn allerdings mit Wehmut, fühlt er sich doch bevormundet in Sachen Kindererziehung. Sein ganzes Team versteht sich gut, nur mit seinem Chef ist er etwas auf Abstand. Doch seine Frau und Ines, die Frau seines Chefs, verstehen sich sehr gut. Darum ist ein gemeinsames Wochenende zu Avilas Leidwesen schnell geplant.


Die Vorstellung der Charaktere vorne im Buch gefällt mir sehr gut. Da der Krimi auf Madeira spielt, waren die verschiedenen Berufsbezeichnungen und Namen anfangs sehr verwirrend für mich.
Das Buch ist flüssig zu lesen, die unterschiedlichen Ermittlungsstränge sorgen für Spannung. Verschiedene Fährten stiften Verwirrung, es ist lange undurchsichtig wer mit wem in welcher Beziehung steht.
Die bildhafte Sprache machte es mir einfach, mir die Umgebung vorzustellen, bei den Charakteren fiel mir das nicht so leicht. Die Entwicklung der Figuren mit dem Fortschreiten der Geschichte wiederum fand ich gut dargestellt.

Ein spannender Krimi der mich sehr gut unterhalten hat. Obwohl dies der zweite Teil ist, hatte ich keine Probleme mich in der Geschichte zurecht zu finden.

  • 332 Seiten
  • Verlag: BoD – Books on Demand; Auflage: 2 (24. April 2019)
  • ISBN-10: 374943039X ISBN-13: 978-3749430390

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Jensen, Dörte – Blutiger Wahn

Blutiger Wahn – Dörte Jensen

Henrike Lammers und Steffen Dölker sind die perfekte Besetzung für Romeo und Julia. Sie sind auch privat ein Paar, da Steffen Henrike jedoch am liebsten ganz für sich haben möchte, bahnt sich schon wieder ein Streit an. Ricarda, Henrikes Freundin und Mitbewohnerin, steht ihr wieder einmal tröstend zur Seite. Nach einem entspannten Abend mit ihrer Freundin beschließt die schwangere Henrike, ihren Freund zu verlassen und beschwört damit ein Unglück herauf…


Ricarda ist als freiberufliche Fotografin oft im Streß, ihr ordnungsliebender Nachbar Joost trägt auch nicht gerade zur Besserung ihrer Laune bei. Ihre Reaktionen auf ihn fand ich sehr erheiternd, konnte sie so gut nachvollziehen.  Trotz allem tut mir Joost auch etwas leid, da er einfach nicht aus seiner Haut kann. Steffen dagegen ist mir bereits nach seinem ersten Auftritt unsympathisch und ich begrüßte Henrikes Trennung von ihm.


Wie der Titel schon verrät, geht es in diesem Buch um Wahn, um ungesunde Liebe und geheime Fantasien. Dies wurde von der Autorin gut umgesetzt, teilweise bekam ich beim lesen ein beklemmendes Gefühl, so authentisch sind die Schilderungen der Autorin.


Nachdem zu Beginn mehrmals das Grinsen Steffens als diabolisch oder teuflisch beschrieben wurde, hatte ich erst die Befürchtung dass sich dies noch öfter wiederholt, dem war dann glücklicherweise nicht so.
Joosts Wandlung gefiel mir sehr gut, auch wenn er immer wieder in alte Muster zurück fällt, aber gerade das macht ihn authentisch, alles andere hätte ich der Autorin nicht abgenommen.

Die Ermittlungsarbeit hat kleine Schwächen, dazu möchte ich hier aber nicht eingehen um nicht zu spoilern. Trotzdem ist das ein äußerst spannender Krimi, dessen Geschichte immer mehr Fahrt aufnimmt. Nicht nur für Ostfriesland-Fans zu empfehlen.

  • 154 Seiten
  • Verlag: Klarant Verlag (10. Juni 2019)
  • ASIN: B07SK86X27

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Märchen

🐺🧙 Märchen 🏰🌹

An welche erinnert ihr euch gerne? Welche mochtet ihr überhaupt nicht?
Und warum?

Mir hat Rapunzel sehr gut gefallen. Die Vorstellung in einem Turm eingesperrt zu sein nur weil die Mutter sich nicht zügeln konnte fand ich gruselig.

Ist euch eigentlich aufgefallen dass meistens die Frauen die Bösen sind?

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