Bruns, Julia – Eiskalte Ostsee

Eiskalte Ostsee – Julia Bruns

1946, eine Zelle der Rotarmisten. In ihr sitzen ein paar Überlebende des Kriegs. Den Schrecken des Krieges vor Augen waren sie in der Hoffnung auf ein neues Leben heimgekehrt. Bis eines Nachts der Traum jäh zerplatzt. Ein Wagen mit russischen Soldaten kommt, nimmt sie mit, sperrten sie in eine Zelle. Der jüngste von ihnen verschwindet gleich nach der Ankunft. Plötzlich schwere Schritte vor der Zelle, ein Schlüsselbund klirrt, die Tür öffnet sich…

Auch hier gibt es (wie in vielen anderen Krimis oder Thriller) mit Anne Berber wieder einen Ermittler in einer unglücklichen Beziehung, glücklicherweise ist dies aber nicht das vorherrschende Thema. Zu Beginn noch etwas unsicher geht Anne Berber ganz in den Ermittlungen zu dem am Strand gefunden Toten auf.
Durch diverse Verwicklungen quartiert sie sich in der Pension von Sören Hilgert ein. Doch auch er hat, wie einige der Inselbewohner, ein Geheimnis.

Die Beklemmung im Prolog ist fast greifbar, so authentisch beschreibt die Autorin die Anfangsszene sowie auch diverse andere Szenen im Buch.
Die Geschichte spielt auf Rügen, Julia Bruns stellt die Gegend so bildlich dar, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte obwohl ich selbst noch nie dort war. Ich konnte die von ihr beschriebene salzige Meeresluft sogar riechen, da ich das Buch während meines Ostsee-Urlaubs gelesen habe. Die Protagonisten sind zum Großteil authentisch, wenngleich die Autorin den Hotelbesitzer Dombrowski für meine Begriffe zu überzogen darstellt.

Die kalte Atmosphäre des Buches sorgt für Spannung, der dazu gewählte Titel passt hervorragend.
Die Lebenssituation in der „Ostzone“ wird düster beschrieben. Auch wenn das Vergangenheit ist (sein sollte), spielt es in der Gegenwart der Protagonisten teilweise noch eine große Rolle. Die einen verherrlichen, die anderen verdammen das damalige System. Diese unterschiedlichen Sichtweisen auf ein und dieselbe Vergangenheit wird von Julia Bruns sehr gut aufgezeigt und hinterlässt mich mit einem beklemmenden Gefühl. Wie hätte man selbst in der DDR gelebt? Hätte man sich angepasst? Sich dagegen aufgelehnt? Im verborgenen gekämpft? Oder sich der Stasi angeschlossen um ungeschoren davon zu kommen?

Ein äusserst fesselnder Krimi, in dem die Gegenwart und die deutsch-deutsche Vergangenheit miteinander verschmelzen.

  • 272 Seiten
  • Verlag: Emons Verlag (22. August 2019)
  • ISBN-10: 3740806125 ISBN-13: 978-3740806125

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Eichenlaub, Anna J. – Walzer, Wein und Altenheim

Walzer, Wein undAltenheim – Anna J. Eichenlaub

Wir begleiten Tina an ihrem ersten Arbeitstag in einem bayerischen Altenheim. Obwohl die Arbeit ihr nicht fremd ist, ist sie nervös. Schließlich sind der Umzug und der Jobwechsel eine neue Herausforderung. Die Bewohner, die Elena ihrer neuen Kollegin vorstellt, sind zum Glück alle recht umgänglich, trotzdem fühlt sie sich am Ende ihres ersten Tages wie erschlagen und ist froh, ihrer Freundin Abends das Herz ausschütten zu können. Gespannt erwartet Tina den nächsten Arbeitstag…

Tina, so hat man schnell den Eindruck, steht mit beiden Beinen fest im Leben. Ihre Beziehung mit ihrer Freundin stärkt ihr den Rücken, wenngleich die Freundin eher im Hintergrund bleibt. Ihre Kollegen machen ihr den Einstieg leicht, sitzen sie doch alle im selben Boot.

Die Übersicht über die Bewohner gleich zu Beginn erleichterte mir die Zuordnung der verschiedenen Bewohner. Tina ist auf unterschiedlichen Stationen tätig, dementsprechend hat sie viele alte Menschen zu betreuen. Jeder von ihnen hat seine Eigenarten, die von der Autorin liebevoll hervor gehoben werden, auch die Schrulligkeiten mancher Bewohner.

Das Buch gibt einen interessanten und auch kritischen Einbllick in den Alltag eines Altenheimes. Tina hat das Herz auf dem rechten Fleck, so jemanden kann man sich als Pflegerin nur wünschen. Sie ist offenherzig und geht mit viel Humor ihrer Arbeit nach, geht auf die Eigenarten der Bewohner ein und hat ein offenes Ohr für jeden. Mache Dinge gehen ihr dadurch sehr nahe, auch ich als Leserin hatte manchmal ein Tränchen im Augenwinkel. Dies macht Tina als Person lebendig, das ganze Buch bekommt durch sie authenzität.

Obwohl es ein unterhaltsames Buch ist, macht es auch nachdenklich. Wie wird es einem wohl selbst später mal ergehen? Hat man das Glück auf Tina und ihr Altenheim zu treffen? Oder landet man in einem, in dem die alten Menschen bis zu ihrem Tod nur aufbewahrt werden? Auch diese werden im Buch angesprochenen, wenn auch nur beiläufig.

Ein kritisches, gleichzeitig auch äußerst unterhaltsames Buch über ein Altenheim, dessen Bewohner und den Strapazen des Pflegealltags.

  • 404 Seiten
  • Verlag: BoD – Books on Demand; Auflage: 1 (27. Mai 2019)
  • ISBN-10: 3749428751 ISBN-13: 978-3749428755

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Vogel, Horst – König der drei Welten

König der drei Welten – Horst Vogel

Ein Königspaar lebte glücklich mit seinen fünf Töchtern. Als die Königin erneut schwanger wurde, befürchtete der König, dass es wieder ein Mädchen werden würde. Daraufhin beschwor er den Zauberer Ming, ihm eine Arznei zu brauen, die für männlichen Nachwuchs und somit für das Fortbestehen des Königreiches sorgen soll. Der Zauberer macht sich ans Werk, nicht ohne seine Dienste mit einer Bedingung zu verknüpfen…

Prinz Timo ist mutig, furchtlos, eben ein Prinz wie aus dem Märchen. Allein macht er sich auf den Weg, das Königreich zu retten. Malek wird ihm zeitweise ein treuer Gefährte und Freund, der zu ihm hält. Ebenso seine geliebte Frau, die zwar ahnt dass ihr Mann ein Geheimnis vor ihr hat, ihm dennoch treu beiseite steht.

Der Autor schreibt diese schöne Geschichte im Stil eines Märchen. Wir finden das Königpaar, den bösen Zauberer, allerlei Weggefährten und natürlich den Held der Geschichte, der einige Prüfungen zu bestehen hat. Prinz Timo durchlebt wundersame Abenteuer, muss sich dabei beweisen und über seinen Schatten springen. Mit Mut und auch mit List versucht er die ihm auferlegten Prüfungen zu bestehen, auch wenn das nicht immer einfach für ihn ist.

Beim lesen fühlte ich mich in meine Kindheit zurück versetzt, diese Geschichte hat alles, was ein Märchen ausmacht. Freude und Trauer, Hoffnung und Freundschaft, Gut gegen Böse. Ein sehr schönes Märchen mit einem wundervollen Cover, für alle, die noch einmal den Zauber der Kindheit erleben möchten.

  • 186 Seiten
  • Verlag: Independently published (20. Juli 2019)
  • ISBN-10: 1081711175 ISBN-13: 978-1081711177

Boess, Gideon und Christine – Schatz wir werden reich, vielleicht

Schatz wir werden reich, vielleicht: Ein Paar und zwanzig Anläufe zum großen Geld – Gideon und Christine Boess

Zu Beginn lernen wir den Autor und seine Frau mitsamt deren recht hoffnugsloser finanziellen Situation kennen. Da Geld zwar nicht glücklich macht, kein Geld aber auch nicht, beschliessen Gideon und Christine, Geld muss her. Am besten einfach und ohne viel Mühe. Also werden Nägel mit Köpfen gemacht….


Der angeblich leichteste Weg laut seiner Punkte-Liste, sind Wetten, Pferdewetten in diesem Fall. Leider ist dieses Verfangen im Endeffekt nicht sehr erfolgreich, ebenso das studieren eines Ratgebers, Rentenfonds, Kofferversteigerung. Auch Geld über das Internet verdienen klingt einfach, hat aber seine Tücken. Sparen, Börsenbesuch und Aktienfonds bringen ebenfalls nicht den gewünschen Erfolg, genau wie die sogenannten Powerdays, Preisauschreiben oder gar eine Schatzsuche. Ob dem Ehepaar dennoch der große Durchbruch gelingt, verrate ich hier nicht 😉

Trotz des zugegeben amüsanten Einstiegs kämpfte ich mich teilweise durch das Buch. Der Autor lässt uns an seinen Versuchen teilhaben, Reich zu werden, mehr oder weniger erfolgreich schildert er uns seinen Weg zu unendlichem Reichtum. Man hat das Gefühl, der Autor/die Autoren möchten dabei lustig erscheinen, leider gelingt ihnen das meiner Meinung nach kaum. Richtig lustige Passagen suchte ich vergeblich, auch wenn hin und wieder mal der Humor zwischen den Zeilen hervor blitzt. Leider war der restliche Inhalt des Buches teilweise sehr langatmig, was ich sehr schade finde da das Thema an sich durchaus Potenzial hat.

  • 297 Seiten
  • Verlag: Topicus (14. Mai 2019)
  • ISBN-10: 2919807439 ISBN-13: 978-2919807437

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Wonder, Alice Ann – Love me Wild

Love me Wild – Alice Ann Wonder

Emma Fynne wird von einem Arzt untersucht. Die Würgemale werden bald abgeklungen sein, bleibende Schäden wird es nicht geben. Eine Anzeige kommt für sie jedoch nicht in Frage. Sie fühlt sich allein, unwillig bestätigt sie die Teilnahme an Therapieangeboten während ihres Klinikaufenthalts. Die Oberschwester holt sie ab, zeigt ihr das Zimmer, das sie sich mit zwei anderen Frauen teilen wird. Sachen zum auspacken hat Emma nicht dabei, die Umstände, die sie in die Klinik gebracht haben, haben ihr keine Zeit zum packen gelassen…

Emma Fynne ist unsicher, möchte es jedem Recht machen und vergisst sich selbst dabei, stellt ihre eigenen Interessen hinten an. Ihr beiden Zimmergenossinnen machen ihr glücklicherweise den Einstand leicht. Sie beginnt sich wohl zu fühlen, bis sie Tyler Mason kennen lernt, den Selbstverteidigungstrainer der Klinik. Tyler ist selbstbewusst, seine starke Ausstrahlung zieht Emma sofort in ihren Bann. Doch umgibt ihn etwas geheimnisvolles, wodurch Emma versucht auf Abstand zu gehen.

Die Autorin erzählt Emmas Geschichte in der Ich-Form. Zuerst war mir unklar, was genau Emma zugestoßen ist. Doch schnell klärt sich zumindest ihr Geheimnis auf. Auch wenn ich mich aufgrund der bildhaften Schreibweise gut in die Protagonistin hinein fühlen konnte, musste ich hin und wieder mit dem Kopf schütteln. Ihre nachgiebige Art bringt sie des öfteren in schwierige Situationen. So unbedarft und unsicher, man möchte sie an die Hand nehmen und Mut zusprechen.

Sehr schön fand ich die Blogbeiträge, in denen Emma ihre Gedanken mitteilt. Dadurch bekommt die Protagonistin viel Gefühl eingehaucht. Tylers Gedanken und Gefühle bleiben dagegen verborgen, zumal er nicht gerade sehr mitteilsam ist was dies betrifft. Kleine Lektionen bzw. Weisheiten werden von der Autorin an passenden Stellen eingepflegt, wie z.B. „Ich habe gar nicht erst versucht etwas Bestimmtes zu erreichen, weil ich insgeheim geglaubt habe, unfähig zu sein.“

Die kurzen, schnörkellosen Sätze haben mich quasi durch die Kapitel fliegen lassen, das Gefühlschaos von Emma hat mich das Buch nicht aus der Hand legen lassen. Die in der Produktbeschreibung erwähnten „expliziten Szenen“ trugen ihr übriges dazu 😉

Eine schöne Geschichte über Mut, Vertrauen, Freundschaft und Liebe.

  • 349 Seiten
  • ASIN: B07SSFBYF3

Vogel, Horst – 6 aus 49: Das etwas andere Interview

Horst Vogel – 6 aus 49: Das etwas andere Interview

Heute möchte ich Euch den Autor Horst Vogel vorstellen, den Autor des Buches „König der drei Welten“. Ein Buch, das verzaubert, ein Märchen für Erwachsene, welches in mir Kindheitserinnerungen weckte.

Ina: Hallo Horst, schön das Du hier bist und vielen Dank dass Du Dich meinen Fragen stellst 😉
Nenne mir bitte Deine 6 Zahlen zwischen 1-49
Horst Vogel: Also dann nehme ich die 3, 23, 49, 31, 18 und 22.
Ina: Super, vielen Dank. Ich bin auf Deine Antworten gespannt.

Ina: Frage 3: Was war das Gemeinste, das du je getan hast?
H.V.: Ich musste nicht lange überlegen um diese Frage zu beantworten. Ich bin von Natur aus ein netter Typ und habe noch niemals jemanden leid zu gefügt.
Ina: Ein sehr schöner Charakterzug, ich denke das kann nicht jeder von sich behaupten.

Ina: Frage 23: Wie stellst du dir deinen Lebensabend vor?
H.V.: Da ich mich im Ruhestand befinde, genieße ich bereits meinen Lebensabend. Obwohl ich beruflich schon sehr viel von der Welt sehen durfte, wünsche ich mir noch einige schöne Urlaube mit meiner Frau. Die letzten zwei Jahre musste ich schon ein paar gesundheitliche Tiefschläge einkassieren, deshalb steht der Wunsch nach Gesundheit auch ganz oben auf meiner Liste.
Ina: Ein verständlicher Wunsch. Ich bin mir sicher Du wirst noch einige schöne Urlaube mit Deiner Frau erleben.

Ina: Frage 49: Wie sieht die erste Stunde Deines Tages aus?
H.V.: Die ersten Stunden des Tages genieße ich in Ruhe. Bei einem Frühstück lese ich gerne die Zeitung und löse Kreuzworträtsel.
Ina: Entspannt in den Tag starten, das finde ich auch gut. Ich habe übrigens ein tolles Foto bekommen, das Dich dabei zeigt 🙂

Ina: Frage 31: Was würdest du an dir selber ändern, wenn du könntest?
H.V.: Eigentlich bin ich mit mir und dem was ich erreicht habe im Leben zufrieden.
Wenn ich etwas ändern könnte, dann wäre es meine Gesundheit.
Ina: Ich finde es toll, wenn Menschen mit sich und ihrem Leben zufrieden sind, dieses Gefühl ist einigen leider abgekommen.

Ina: Frage 18: Hast du ein sinnloses Talent?
H.V.: Nach kurzem überlegen, muss ich sagen, dass meine Talente alle zum Einsatz gekommen sind. Vielleicht würde ich mir ein paar mehr Talente wüschen, aber sinnlose brauche ich da auch nicht.
Ina: Stimmt. Zum Beispiel mit den Ohren wackeln 😉

Ina: Frage 22: Für was hast du kein Verständnis?
H.V.: Ich bin ein Mensch, der für sehr viele Dinge Verständnis aufbringt. Wenn es eine Sache gibt, die bei mir auf Unverständnis trifft, ist es wenn Personen sich bietende Chancen ungenutzt vorübergehen lassen.
Ina: Manchmal wartet man einfach zu lange, weil man sich unsicher ist. Und dann kann diese Chance schon vorüber sein.

Lieber Horst, ich danke Dir für das informative Interview, Du hast tolle Ansichten und einen klaren Blick für das wesentliche. Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg mit Deinem wirklich sehr schönen Buch und bin sicher, dass sich noch ganz viele Menschen von deiner Geschichte verzaubern lassen.

Meine Rezension zum Buch findet ihr hier: >> Rezension zu König der drei Welten <<