Marciniak, Stefan – Übertötung Band 2

Übertötung – Stefan Marciniak (Band 2)

Ein gehetzt wirkender Mann steht am Strand des Atlantik, ein vergilbtes Stück Papier in seinen Latexbehandschuhten Händen. Er sieht sich suchend um, plötzlich fällt ein Schuss! Blutend stürzt er in den Sand, als er schnelle Schritte hört. Als ihm das Papier aus den Händen gerissen wird, rappelt er sich auf, versucht zu fliehen, stolpert wieder. Der riesigen Gestalt, die auf ihn zugelaufen kommt, flüstert er noch röchelnd zu: „Ich weiss wo es liegt“…..


Christian und Louise sind ein Paar, irgendwie aber auch wieder nicht, denn da gibt es noch Serge. Eigentlich sollte Louise ihn zum Teufel jagen, mir ist nicht klar was sie an ihm findet und warum diese Dreier-Beziehung.
Christian und Bukowski, sein vorlauter Papagei, bekommen unverhofften Familienzuwachs, dies zeigt eine äusserst sympathische Seite des Ermittlers.
Schön finde ich dass das Team im großen ganzen miteinander harmoniert, quasi die Guten gegen die Bösen, die Rollen sind recht eindeutig verteilt.


Auch hier verknüpft der Autor wieder Gegenwart und Vergangenheit, wie auch im ersten Teil meiner Meinung nach sehr gelungen, allerdings war der erste Teil“geschichtslastiger“. Hier in diesem Buch bringt der Autor auch brisante aktuelle Themen wie Flüchtlinge/Flucht, Politik und Finanzwelt ins Spiel. Persönliche Meinungen eines Autors im Buch finde ich immer etwas problematisch, Stefan Marciniak ist hier der Spagat zwischen Meinung und Story aber sehr gut gelungen.

Die Sprache bildhafte Sprache reisst den Leser wieder schnell mit, viele Szenen sind so sehr gut vorstellbar. Wie z.B. Karens fast schon filmreifer Auftritt. Die Hilflosigkeit der Wirtsleute ist Verständlich, die Souveränität mit der Christian darauf reagiert, gefällt mir gut.

Das überraschende Ende finde ich passend, ein schöner und gelungener Abschluss. Ich kann Stefan Marciniaks Bücher vorbehaltlos weiter empfehlen.

  • Taschenbuch: 260 Seiten
  • Verlag: Independently published (3. Juli 2018)
  • ISBN-10: 1983345490 ISBN-13: 978-1983345494

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Rezension zu Band 1 >>Satisfaktion<<

Summer, Joyce – Madeirasturm

Madeirasturm – Joyce Summer

Francisco lässt sich trotz seines gestrigen feucht-fröhlichen Abend nicht von seinem Training abhalten. Schnell schiesst das Rennkajak über den Atlantik. Durch eine Unachtsamkeit kentert er, beim Versuch das Kajak wieder aufzurichten streift etwas weiches Franciscos Bein. Ein Männergesicht schaut ihn aus trüben Augen an, ein Bein und die Arme sind zerfetzt, das linke Bein fehlt ganz. Doch das stört den Toten wohl nicht mehr…


Comissario Avila ist sehr stolz auf seine Tochter. Der angekündigte Besuch seines Schwiegervaters erfüllt ihn allerdings mit Wehmut, fühlt er sich doch bevormundet in Sachen Kindererziehung. Sein ganzes Team versteht sich gut, nur mit seinem Chef ist er etwas auf Abstand. Doch seine Frau und Ines, die Frau seines Chefs, verstehen sich sehr gut. Darum ist ein gemeinsames Wochenende zu Avilas Leidwesen schnell geplant.


Die Vorstellung der Charaktere vorne im Buch gefällt mir sehr gut. Da der Krimi auf Madeira spielt, waren die verschiedenen Berufsbezeichnungen und Namen anfangs sehr verwirrend für mich.
Das Buch ist flüssig zu lesen, die unterschiedlichen Ermittlungsstränge sorgen für Spannung. Verschiedene Fährten stiften Verwirrung, es ist lange undurchsichtig wer mit wem in welcher Beziehung steht.
Die bildhafte Sprache machte es mir einfach, mir die Umgebung vorzustellen, bei den Charakteren fiel mir das nicht so leicht. Die Entwicklung der Figuren mit dem Fortschreiten der Geschichte wiederum fand ich gut dargestellt.

Ein spannender Krimi der mich sehr gut unterhalten hat. Obwohl dies der zweite Teil ist, hatte ich keine Probleme mich in der Geschichte zurecht zu finden.

  • 332 Seiten
  • Verlag: BoD – Books on Demand; Auflage: 2 (24. April 2019)
  • ISBN-10: 374943039X ISBN-13: 978-3749430390

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Jensen, Dörte – Blutiger Wahn

Blutiger Wahn – Dörte Jensen

Henrike Lammers und Steffen Dölker sind die perfekte Besetzung für Romeo und Julia. Sie sind auch privat ein Paar, da Steffen Henrike jedoch am liebsten ganz für sich haben möchte, bahnt sich schon wieder ein Streit an. Ricarda, Henrikes Freundin und Mitbewohnerin, steht ihr wieder einmal tröstend zur Seite. Nach einem entspannten Abend mit ihrer Freundin beschließt die schwangere Henrike, ihren Freund zu verlassen und beschwört damit ein Unglück herauf…


Ricarda ist als freiberufliche Fotografin oft im Streß, ihr ordnungsliebender Nachbar Joost trägt auch nicht gerade zur Besserung ihrer Laune bei. Ihre Reaktionen auf ihn fand ich sehr erheiternd, konnte sie so gut nachvollziehen.  Trotz allem tut mir Joost auch etwas leid, da er einfach nicht aus seiner Haut kann. Steffen dagegen ist mir bereits nach seinem ersten Auftritt unsympathisch und ich begrüßte Henrikes Trennung von ihm.


Wie der Titel schon verrät, geht es in diesem Buch um Wahn, um ungesunde Liebe und geheime Fantasien. Dies wurde von der Autorin gut umgesetzt, teilweise bekam ich beim lesen ein beklemmendes Gefühl, so authentisch sind die Schilderungen der Autorin.


Nachdem zu Beginn mehrmals das Grinsen Steffens als diabolisch oder teuflisch beschrieben wurde, hatte ich erst die Befürchtung dass sich dies noch öfter wiederholt, dem war dann glücklicherweise nicht so.
Joosts Wandlung gefiel mir sehr gut, auch wenn er immer wieder in alte Muster zurück fällt, aber gerade das macht ihn authentisch, alles andere hätte ich der Autorin nicht abgenommen.

Die Ermittlungsarbeit hat kleine Schwächen, dazu möchte ich hier aber nicht eingehen um nicht zu spoilern. Trotzdem ist das ein äußerst spannender Krimi, dessen Geschichte immer mehr Fahrt aufnimmt. Nicht nur für Ostfriesland-Fans zu empfehlen.

  • 154 Seiten
  • Verlag: Klarant Verlag (10. Juni 2019)
  • ASIN: B07SK86X27

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Märchen

🐺🧙 Märchen 🏰🌹

An welche erinnert ihr euch gerne? Welche mochtet ihr überhaupt nicht?
Und warum?

Mir hat Rapunzel sehr gut gefallen. Die Vorstellung in einem Turm eingesperrt zu sein nur weil die Mutter sich nicht zügeln konnte fand ich gruselig.

Ist euch eigentlich aufgefallen dass meistens die Frauen die Bösen sind?

Diskutiert gerne mit, hier oder auf meiner Facebook-Seite >>Inas Bücherregal<<

Corbin, Julia – Nadelherz

Nadelherz – Julia Corbin

Melanie und Thimo wollten nur etwas auf der schwäbischen Alb wandern, benötigen etwas Abstand vom Alltag, finden sich jedoch in einem schlimmen Unwetter wieder. Auf der Suche nach einem Unterschlupf stoßen sie auf einen verlassen erscheinenden Bauernhof. Sie schauen ob nicht doch ein Besitzer im Haus ist, finden jedoch nur einen Laptop, auf dem sie schreckliche Bilder entdecken. Entsetzt ergreifen sie die Flucht…

Das Buch ist zwar Teil einer Reihe, hin und wieder kommt es zwar zu Passagen die zu den vorherigen Teilen Bezug nehmen, durch die Charakter-Vorstellung vorne im Buch kann auch ein Neueinsteiger problemlos der Story folgen.

Alexis und Karen agieren wieder als Team, auch wenn es anfänglich kleine Anlaufschwierigkeiten gibt da jede hat ihr Päckchen zu tragen hat. Die anderen Charaktere bleiben in diesem Buch eher im Hintergrund, mit Saskia kommt eine neue Kollegin ins Spiel die sich mit Volkerts arrangieren muss. Merle nimmt als neuer Lebensmittelpunkt in Karens Leben eine wichtigere Postition ein, ich finde es sehr spannend wie Karen und auch Merle sich hier entwickeln.

Schon die ersten Seiten haben mich wieder in ihren Bann gezogen. Das liest sich nun wie eine Floskel, aber so war es tatsächlich. Julia Corbin versteht es hervorragend, schon mit ein paar Sätzen eine düstere und spannende Szenerie darzustellen die einen einfach neugierig auf das Buch macht. Rückblick und Gegenwart wechseln sich ab, treiben mit kleinen Andeutungen und Cliffhangern den Spannungsbogen nach oben.
Durch die detailreiche Beschreibung von Schauplätzen wird das ganze realer und vorstellbar, ebenso verleihen die scheinbaren Nebensächlichkeiten der Geschichte und auch den Charakteren authenzität. Jeder Charakter hat seine Stärken und Schwächen, schnell baut man als Leser Sympathie oder auch Abneigung auf.

Die Grausamkeiten, egal ob körperlich oder seelisch, sind hier äußerst realistisch geschildert, man mag kaum glauben das ein Mensch dazu fähig ist. Die biologische Besonderheit der Leiche hat mir sehr gut gefallen, Julia Corbins Erklärungen dazu sind verständlich und geben der Geschichte zusätzlich noch das gewisse Etwas.

Dies ist eine tolle Fortsetzung der Reihe um Alexis und Karen, ich kann dieses Buch sowie auch die beiden Vorgänger aus vollster Überzeugung weiter empfehlen.

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  • 384 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag; Auflage: Originalausgabe (10. Juni 2019)
  • ISBN-10: 3453359887 ISBN-13: 978-3453359888


Doris E. M. Bulenda: 6 aus 49 – Das etwas andere Interview

6 aus 49 – Das etwas andere Interview, heute mit Doris E. M. Bulenda

Heute möchte ich Euch die Autorin Doris E. M. Bulenda vorstellen.
Ina: Hallo Doris, vielen Dank dass Du Dich meinen Fragen stellst 😉
Nenne mir bitte Deine 6 Zahlen zwischen 1-49
Simone: Also dann nehme ich die 9, 12, 13, 25, 37 und 49.
Ina: Super, vielen Dank. Ich bin auf Deine Antworten gespannt 😉

Ina: Frage 9:Was ist dein größtes Geheimnis?
Doris: Oh je, da muss ich passen – ich glaube nicht, dass es bei mir große Geheimnisse gibt. Nein, ehrlich, da fällt mir nichts ein. Als Erotik-Autorin habe ich alles schon in meinen Büchern aufgeschrieben …
Ina: Ja, das kann ich mir vorstellen. Ich habe gelesen, die bringst eigene Erfahrungen aus den 70gern in Deine Bücher mit ein 🙂

Ina: Frage 12: Was tust du, um dich abzureagieren?
Doris: Ich fluche laut und ausgiebig, bis ich mich wieder beruhigt habe. Bevorzugt in den eigenen vier Wänden, sodass mich außer meinen Katzen niemand hört.
Ina: Ja, das ist wohl besser. Ich fluche gerne beim Autofahren 🚗🙈

Ina: Frage 13: Bist du nah am Wasser gebaut?
Doris: Absolut nicht. Ich bin weder sentimental noch romantisch. Bei Stellen in Filmen oder Büchern, wo andere losschluchzen, ist mein Kommentar: Was für ein sentimentaler Mist. Das trägt mir dann meistens ziemlich böse Blicke ein … kicher.
Ina: Ach, bei dem ein oder andere Film oder Buch kann ich schon mal ein Tränchen verdrücken.

Ina: Frage 25: Für was hast du kein Verständnis?
Doris: Für alles, was mit Tierquälerei, Tiermissbrauch, Massentierhaltung und Naturzerstörung zu tun hat. Da könnte ich zum wütenden Dämon werden.
Ina: Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen

Ina: Frage 37: Mit welchem deiner Protagonisten würdest du nicht auf einer einsamen Insel stranden und warum nicht?
Doris: So interessant er auch ist, mit dem Dämon Aziz aus der Dämonen-Lady wäre ich lieber nicht auf einer einsamen Insel. Nachdem dieser Dämon das Unheil nur so anzieht und sich ständig in Schwierigkeiten bringt, wäre es mir selbst im Nirwana zu gefährlich mit ihm.
Ina: wow, ich glaube ich muss mir den Burschen mal näher anschauen 😉

Ina: Frage 49: Wie sieht die erste Stunde Deines Tages aus?
Doris: Wenn ich anfange, aufzuwachen, kommen mindestens drei bis vier meiner acht Katzen und checken, ob ich schon wach bin. Je nach Tagesform legen sie sich dann zu mir und ich darf ein bisschen weiterdösen. Oder sie trampeln auf mir herum, damit ich aufstehe. Dann muss ich jeden Tag als erstes die Minitiger versorgen, also die Kistchen saubermachen, Futter in die Näpfe füllen. Danach darf ich mich selbst versorgen. Und anschließend surfe ich ein wenig im Internet.
Ina: Acht Katzen? Da hast Du ja Leben in der Bude. Ich habe zwei kleine Hunde, wie nennt man die eigentlich? Miniwölfe? 😁🐺
Vielen lieben Dank dass Du den Spaß mitgemacht hast.

Doris Bulenda ist 1961 in München geboren und lebt seit 2014 in Ungarn, wo sie sich voller Leidenschaft dem Lesen und Schreiben widmet. Sie liebt Rucksackreisen in ferne Länder, um abseits der Touristenpfade Land und Leuten kennenzulernen.

Neugierig geworden? Auf ihrer Web-Site https://dorisembulenda.de.tl/ findet ihr weitere Informationen zu ihr und ihren Büchern. Auch könnt ihr Euch eine Kurzgeschichte kostenlos downloaden.

Anbei noch eine kleine Auswahl ihrer Bücher

Scherer, Alexandra – Haus im Nebel

Haus im Nebel – Alexandra Scherer

Kathleen macht sich unbeholfen auf ihren Krücken auf den Weg zum Haus ihrer Großmutter, von dem sie kurz zuvor noch den Schlüssel von einem Anwalt geholt hat. Vor dem Haus steht ihre Großmutter, warnend etwas über den Nebel murmelnd. Im Haus riecht es muffig, die Möbel sind schäbig und kalt ist es obendrein.  Mühsam bringt Kathi den Kachelofen in Gang. Nach ihrem Unfall muss sie hier etwas nach dem rechten sehen. Nachdem sie kurz darauf auch noch von einem Taxifahrer vor dem Nebel gewarnt wird, beschließt sie der Sache auf den Grund zu gehen…

Kathleen kommt aus den Staaten, nach ihrem schweren Unfall ist sie noch gehandicapt, versucht aber ihren Alltag zu meistern. Ihre Großmutter und auch Mike, erst ein Taxifahrer dann ein guter Freund, stehen ihr dabei zur Seite.   Die beiden waren neben der Großmutter die einzigen sympathischen Figuren im Buch. Alle anderen scheinen etwas zu verbergen haben, was mal mehr mal weniger offensichtlich von der Autorin dargestellt wird und dem Ganzen  das gewisse Etwas gibt. Trotzdem fehlte mir bei ihnen Tiefe, eine Beziehung konnte ich zu keiner Figur richtig aufbauen.

Die Autorin schreibt die Geschichte aus Sicht von Kathleen in der Ich-Form. Die kurzen, fast schon abgehackten Sätze machen es mir zuerst schwer, in die Geschichte hinein zu kommen, nach ein paar Seiten gewöhnte ich mich daran und konnte mich ganz in die zugegeben spannenden Geschichte vertiefen.

Kathleen lernt nach und nach viele unterschiedliche Personen kennen: Nachbarn, Bekannte und Freunde ihrer Großmutter. Manche wie z.B. Hanna tauchen plötzlich auf, verschwinden wieder genauso plötzlich um irgendwann wieder aufzutauchen. Dadurch wirken sie  teilweise dreist und unsympathisch was sich zum Teil dann auch bewahrheitet, den Spannungsbogen aber oben hält.

Anfänglich war ich ziemlich verwirrt ob der vielen Charaktere und ihren Absichten, nach und nach lichtet sich allerdings der Nebel (hach, ich liebe solche Wortspiele 😉 ), die Rückblenden in die Zeit um Kathleens Unfall klären den Leser auf.  Trotzdem tappte ich recht lang im Dunkeln und sah das Offensichtliche nicht.  

Alles in allem ein Buch mit leichten Anlaufschwierigkeiten, das dann aber immer mehr an Fahrt aufnimmt und mich zum Großteil sehr gut unterhalten hat.  

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  • 260 Seiten
  • Verlag: epubli; Auflage: 2 (28. Februar 2019)
  • ISBN-10: 3748515871 ISBN-13: 978-3748515876