Summer ,Drea – Komm wir fliegen nach Gran Canaria

Komm wir fliegen nach Gran Canaria – Drea Summer

Heinz ist verzweifelt auf der Suche nach etwas essbaren. Er war bereits im Garten fleissig, schließlich geht es morgen in den Urlaub, da muss alles ordentlich sein. Nun hat er Hunger. Da seine Frau noch bei der Arbeit ist, muss er sich wohl selbst etwas machen. Doch im Kühlschrank gibt es nur Gemüse, im Küchenschrank nur Nussbrot. Beim Gedanken an seinen ersten Kontakt mir einem Bissen Nussbrot wird es ihm schon wieder schlecht. Also weiter suchen. Als er seiner Tochter am Telefon erzählt, er würde gerade kochen, nimmt das Unheil seinen Lauf….

Heinz ist Pensionär und ein Ordnungsliebhaber, seine Frau nennt es Kontrollzwang. Er leidet ziemlich unter dem Gesundheitsfimmel seiner Frau Uschi, die gerne das Zepter in der Hand hält. Trotz  diverser Uneinigkeiten lieben die beiden sich, auch wenn das nicht immer so deutlich zu sehen ist.

Schon bei den ersten Sätzen war Heinz mir sympathisch, dann noch sein Kontakt mir dem Nussbrot, einfach herrlich, ich musste so lachen. Drea schreibt wie immer äußerst bildhaft und mitreissend, diesmal allerdings nicht wie gewohnt in einem Thriller sondern in einer Komödie. Darum war ich extrem gespannt auf das Buch. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Drea beschreibt so viele lustige und süße Szenen, wie z.B. als er Uschi um 7 Uhr wecken soll weil sie pünktlich zum Flughafen müssen. Oder der Teil mit den Tennissocken in den Sandalen, ich habe Tränen gelacht. So viel Klischee, aber alles mit einem liebevollen Augenzwinkern verpackt. 

Hin und wieder tat mir Heinz ja schon leid, ich konnte mir so richtig vorstellen wie er vor dem Büffet steht und schockiert auf seinen Teller blickt. Mir würde es an seiner Stelle genauso gehen 🙂

Ich kann das Buch wirklich jedem weiterempfehlen, der gerne mal herzhaft beim lesen lachen möchte und gleichzeitig ein paar Ausflugtipps für den nächsten Gran Canaria Urlaub sucht 😉

  • Kindle Ausgabe Dateigröße: 2140 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 229 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • ASIN: B07ZH6PPZF

B., Kris – Schlimmer als dein Tod (London Crimes Teil 2)

Schlimmer als dein Tod (London Crimes Teil 2) – Kris B.

„Ihre Gedanken trieben ziellos umher, ihr Körper hatte keine Form. Sie wusste nur, dass sie aufwachte, auch wenn es Stunden zu dauern schien. Lange starrte sie in die Dämmerung, während jeder Atemzug ihr mehr Luft zu nehmen als zu geben schien. Wo bin ich? Ihr Geist war ein langer Korridor mit geschlossenen Türen, in dem namenlose Schatten vorbeihuschten und im Nichts verschwanden. Sie versuchte um Hilfe zu rufen, aber ihre Stimme gehorchte ihr nicht. Sie lag wie in einer Zwangsjacke, die sie innerlich und äußerlich fesselte. Eine schwere Stille erfüllte den Raum mit den sich ablösenden Tapetenbahnen. Der Lack der geschlossenen Tür war vergilbt und rissig. Es roch nach Schimmel.Wer bin ich? Wieso lag sie in diesem faulig riechenden Raum, indem nichts darauf hinwies, dass er überhaupt bewohnt war? Nein, das war kein Zimmer, in dem man an einem normalen Morgen erwachte. Irgendetwas war hier schrecklich verkehrt….“       (Auszug aus dem Buch, Seite 7)

Jessica ist der Star am Ceasar, einem kleinen Theater. Sie ist leidenschaftliche Stepp-Tänzerin und bringt ihr Publikum in Verzückung. Doch nicht nur ihr Publikum, auch ein Teil der Crew liegt ihr zu Füßen, so wie auch Roger, ihr Ehemann. Trotz des Altersunterschieds scheinen die beiden sich gut zu ergänzen.

Zuerst einmal fiel mir das Cover auf. Normalerweise gehe ich darauf eher weniger ein da sich jeder selbst ein BIld machen kann und die Geschmäcker verschieden sind. Doch dieses hier hat es mir angetan, ebenso die Aufmachung im Buch wodurch es sich von einem normalen Taschenbuch unterscheidet. Dies ist mir bereits bei mehreren Büchern aus der „Edition tingeltangel“ aufgefallen.Zu Beginn lernen wir Jessica kennen. Sie ist jung, begabt, ehrgeizig, mit ihren Steppschuhen quasi verbunden. Ihr Mann Roger ist um einiges älter, bei ihm fehlt das Verständnis für ihre Leidenschaft. Dies merkt man ganz deutlich auf seiner Geburtstagsparty. Ich fand es spannend zu beobachten wie die Autorin es schafft aus einer scheinbar lockeren und entspannten Atmosphäre einen Stimmungsumschwung heraufzubeschwören, ohne plump zu wirken. Feine Nuancen sind zwischen den Worten zu spüren. 

Obwohl die ersten Seiten nichts besonders tragisches passiert, las ich fasziniert weiter. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind vortrefflich beschrieben. Die Autorin bedient sich einer äußerst bildhaften Sprache, wodurch die Fuguren allesamt Tiefe bekommen. Ziemlich jeder ist hier egozentrisch, ich würde sogar soweit gehen und sagen, niemand hier ist im herrkömmlichen Sinne „normal“. Jeder hat seine Macken, seine Ecken und Kanten. Aber genau das macht die Atmosphäre des Buches aus. 

Dies ist ein Buch voller menschlicher Tragödien, verbunden zu einem spannenden Psycho-Krimi der Extra-Klasse. Teilweise ist soviel Gefühl zwischen den Zeilen zu lesen, dass der Krimi in den Hintergrund gerät. Für Fans des eingemachten, mit Vorliebe für viel Blut und Gewalt, ist dieser Krimi eher nichts. Wer aber Wert auf gut ausgearbeitete Figuren und Verbindungen legt, ist hiermit richtig bedient.

  • 324 Seiten
  • Verlag: edition tingeltangel; Auflage: 1 (18. September 2017)
  • ISBN-10: 3944936353 ISBN-13: 978-3944936352

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Limar, Fiona – Ohne Erbarmen (Iris-Forster-Reihe Teil 4)

Ohne Erbarmen (Iris-Forster-Reihe Teil 4) – Fiona Limar

Alina schildert ihrer Therapeutin Iris Forster ihre Erlebnisse, wie sie immer wieder Nachts hochgehoben und getragen wurde, immer wenn sich das eigenartige blaue Licht im Zimmer ausbreitete. Merkwürdige große, weiße Gestalten mit Schlitzen als Mund und Augen untersuchten sie. Iris Forster geht mit Alina ihre Erinnerungen durch, ist eine verdrängte Kindheitserinnerung die Ursache? Oder ist es etwas was sie als Kind in einem Film gesehen und nicht verarbeitet hat? Seit sie schwanger ist, lassen sie die Erlebnisse nicht mehr los, verstärken sich sogar noch…

Alina Krüger ist psychotherapeutischer Behandlung. Die dreiundzwanzig jährige ist schwanger und freut sich sehr auf ihr Kind. Auch wenn ihre Kindheit durch ihre Stiefmutter nicht immer schön war, so hat sie doch ihre Großeltern, auf die sie vertrauen kann. Iris Forster ist Psychologin und hilft Alina dabei, ihre merkwürdigen Erinnerungen zu verarbeiten. Dann wird eine junge Frau wegen Mordes verhaftet und Iris Forster wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Schnell wird klar, dieser Fall ist außergewöhnlich.

Die Geschichte wird zum einen aus der Sicht der Psychologin Iris Forster erzählt, zum anderen in der übergeordneten Erzählform. Zwischendurch gibt es ein paar in Kursiv gehaltene Passagen, dies sind die Gedanken einer zunächst unbekannten Person. Durch diese Passagen bekommt der Leser einen anderen Blickwinkel auf die Ereignisse, ohne der Geschichte vorzugreifen.

Überraschende Vorkommnisse liesen mich am Verstand der Protagonisten zweifeln, was ist real, was Einbildung? Einfach toll wie Fiona Limar hier immer wieder Verwirrung stiftet. Hin und wieder bin ich über eine etwas steife Formulierung gestolpert, wie z.B. :“Erst nachdem wir dem Kuchen tüchtig zugesprochen haben……“ Dies sind aber Ausnahmen die der Spannung keinen Abbruch tun. Die Autorin schildert feinfühlig und ohne Effekthascherei die Erlebnisse im Sonnengarten, nach und nach steigt der Spannungsbogen, immer mehr  seltsame Ereignisse setzen sich langsam wie Puzzleteile zu einem Bild zusammen.Dies ist bereits der vierte Band der Iris-Forster-Reihe, ich hatte aber keine Probleme mich in der Geschichte zurecht zu finden. Fiona Limar hat auch mit diesem Buch wieder einen erstklassigen Thriller geschrieben, dennoch konnte ich mich nicht 100% mit Iris Forster anfreunden. Ich werde wohl weiterhin bei Fiona Limars anderen Büchern bleiben, die ich auch sehr gerne weiter empfehle.

  • 348 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (11. Mai 2017)
  • ISBN-10: 1546647058 ISBN-13: 978-1546647058

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Godebronn, Amanda – Das Hirsch-Erbe: Unsterbliches Vermächtnis (Teil 1)

Das Hirsch-Erbe: Unsterbliches Vermächtnis (Teil 1) – Amanda Godebronn

London 1910: Bram Stoker, Schriftsteller und Vampirjäger, eilt aus dem Haus. Mit seinem veröffentlichten Roman Dracula wollte er die Menschen warnen, doch das Gegenteil ist eingetreten. Die Menschen sehen in dem Buch eine spannende Geschichte, keine Warnung. Zudem sind dadurch die Vampire auf ihn aufmerksam geworden. Eine Tatsache die sein Leben nicht unbedingt verlängern wird. Doch ein junger Deutscher, Frederick Hirsch, glaubt ihm. Auf ihm und seiner Familie lastet ein Fluch, ein Fluch der alles verändern wird…

Liz ist jung, unsterblich verliebt in Jackson und gleichzeitig in tiefer Trauer um die Großmutter. Diese hat ihr eine Erbschaft hinterlassen, wodurch Liz ihre Freunde verlassen und mit Onkel Michael und Tante Nicole vorübergehend nach Deutschland muss. Die beiden kümmern sich seit dem Tod von Liz Eltern liebevoll um sie.

Das Buch spielt im Jahr 2018, erst in England, die meiste Zeit dann in Deutschland. Bis auf den Prolog ist das Buch in der ich-Form aus der Sicht von Liz  geschrieben. Viele kurze Sätze lassen das Buch etwas abgehackt erscheinen, so richtig kam ich nicht in den Lesefluß. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, was vielleicht auch daran lag, dass nach einer eher dahin plätschernden Einleitung die Geschichte endlich etwas Fahrt aufnahm. Die Freude hielt allerdings nicht lange an.

Liz nimmt ihr Schicksal erstaunlich schnell an, trifft folgenschwere Entscheidungen ohne großartig darüber nachzudenken. Vielleicht liegt das an ihrer Jugend, ich zumindest hätte mir um das Erbe und meinen Umzug viel mehr Gedanken gemacht. Immerhin muss sie dazu ihre Freunde und vor allem ihren Freund verlassen. Doch nach der Ankunft in Deutschland ist der Freund scheinbar aus ihrem Leben verschwunden. Keinen einzigen Gedanken verschwendet Liz noch an ihn, im Gegenteil, schnell lässt sie sich von einem Fremden in einer Bücherei um den Finger wickeln. Und wer bitte schön spricht beim ersten Date über seine Verdauung?!?

Das Erbe ihres Vaters, dass sie zusätzlich im geerbten Haus vorfindet, lässt sie sich einfach so aus der Hand nehmen, wird an den Rand gedrängt. Nicht die einzige unglaubwürdige Passage. Sonntag nachmittags haben in der Regel die Geschäfte zu,  aber ausgerechnet das eine in das sie möchte, hat offen? Oder auch hier: Nach einem Klinikaufenthalt sagt ihr die Ärztin, sie muss sich schonen. Wird dann von Onkel und Tante abgeholt und beide verkünden freudenstrahlend, dass sie nun zur Feier ihrer Klinikentlassung in ein Spaßbad gehen, in dem sie sich gleich auf die verschiedenen Rutschen stürzt? Nach einer OP? Zumal kurz vorher darauf hingewiesen wird das sie nur noch 1 Schmerztablete am Tag nehmen muss. Nunja….

Irgendwie passiert alles viel zu schnell, zu sprunghaft, dazu noch viele kleinere und größere Logikfehler. Die Figuren haben allesamt keine Tiefe, eine Beziehung konnte ich zu keinem aufbauen. Alles wird mit einer unglaubwürdigen Selbstverständlichkeit hingenommen ohne genauer zu hinterfragen. Zudem wird ein großteil des Buches über an einer Kette mit Initialen herumgerätselt. Die Auflösung dazu möchte man am liebsten laut in das Buch hinein brüllen.

Eine nette Geschichte, allerdings nichts neues. Böse Vampire, gute Werwölfe, dazwischen ein Mädchen das beide Seiten haben wollen. Das Buch endet zwar mit einem Cliffhanger, dennoch werde ich weitere Bände nicht lesen wollen.

  • 208 Seiten
  • Verlag: BoD – Books on Demand; Auflage: 1 (14. Juni 2019)
  • ISBN-10: 3738606106 ISBN-13: 978-3738606102

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Marciniak, Stefan – Höllensturz: Die mysteriösen Fälle des Commissaire Dabert (Band 3)

Höllensturz: Die mysteriösen Fälle des Commissaire Dabert (Band 3) – Stefan Marciniak

Müde schauen die Soldaten wie auch die Fischer in ihren Booten in den Himmel. Wieder einmal fliegen Flugzeuge über sie hinweg. In einer der Maschinen läuft ein junger Lieutenant durch den Lagerraum. Vorbei an Säcken, aus denen ein Wimmern dringt. Aufständische sind das, die über dem Meer beseitigt werden sollen. Im vorbeigehen tritt er immer wieder gegen die Säcke, in Gedanken bei seiner geliebten Meryem, die schwanger auf ihn wartet. Plötzlich hält er inne. Aus einem der Säcke dringt ein Schluchzen, das einer Frau gehört…

Christian Dabert scheint hier auf den ersten Blick nachdenklicher, fast schon melancholisch, als ich es von den beiden vorhergehenden Bänden gewohnt bin. Er sieht sich selbst auf dem Zenit seines Lebens. Dennoch hat er nichts von seiner Schärfe verloren, und auch von seiner Libido.

Auch im dritten Teil spart der Autor nicht mit Details. Sei es bei der Leichenauffindung, der Beschreibung der Landschaft, den Schrecken der Vergangenheit und der Gegenwart. Den Beweggründen des Commissaire widmet Stefan Marciniak hier nun mehr Zeilen, diese helfen die Hintergründe zu verstehen, warum er so handelt wie er eben handelt und erklärt auch einige Reaktionen seinerseits. Dennoch fehlt noch der gewisse Funke um ihn mir sympathisch erscheinen zu lassen. Ich mag ihn und seine unorthodoxe Ermittlungen, menschlich weiß ich allerdings nicht so recht wo ich ihn einordnen soll. Das mag zum Teil auch an seiner bereits weiter oben angesprochenen Libido liegen. Egal ob zu Hause mit seiner Frau, beim Ermitteln oder auch als Opfer, irgendwie ist er immer Dauergeil. Wer die anderen Bände kennt, weiß das Dabert und seine Freundin eine besondere Beziehung haben, dennoch war mir das stellenweise too much.

Die Gräueltaten der Vergangenheit, die Schrecken des Algerienkrieges sind wie gewohnt hervorragend recherchiert und herausgearbeitet. Einfach bewundernswert wie es dem Autor wieder gelungen ist, alles miteinander zu einem spanndenden Thriller zu verbinden. Ein Schockmoment zu Beginn stimmte mich schnell auf die Geschichte ein, die Spannungskurve steigt schnell an, flacht zwischendrin etwas ab um dann zum Ende hin wieder gewaltig Fahrt aufzunehmen. Dabert entwickelt sich hier fast schon zum „James Bond der Bretagne“, so actionreich ist das Buch. 

Dieses Buch ist zwar das dritte einer Reihe, kann aber aufgrund der abgeschlossenen Fälle auch einzeln gelesen werden. Dennoch empfehle ich, alle drei Bände zu lesen, um die familiären Hintergründe besser zu verstehen.

  • 258 Seiten
  • Verlag: Independently published (6. Juli 2019)
  • ISBN-10: 1078449724 ISBN-13: 978-1078449724

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Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar

Rezension zu Band 1: Satisfaktion

Rezension zu Band 2: Übertötung

Buchvorstellung: 13zehn – Daniel Juhr/Daniel Kohlhaas

Buchvorstellung / Werbung

Schaut mal was ich gestern tolles im Briefkasten hatte 😍

Das Buch 13zehn vom Autoren-Duo Daniel Juhr und Daniel Kohlhaas aus dem Juhr Made Verlag

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar

Vorab habe ich schonmal die Beschreibung für Euch:

Daniel Kohlhaas und Daniel Juhr definieren den Mystery-Thriller neu.

Sie erzählen dir vier Geschichten. Sie spielen im Bergischen Land. Im Westerwald. Und immer in deinem Kopf.
Sie spielen mit deiner Angst. Mit dem, wovor du dich fürchtest. Sie erzählen von Abgründen menschlicher Seele.
Von geheimen Sehnsüchten. Von Verlust. Von Dunkelheit. Von Geheimnissen. Von Mysterien.

Du kannst die vier Geschichten einzeln lesen.
Nacheinander. Durcheinander.
Aber nur, wenn du sie alle liest, erfährst du die ganze Wahrheit.

Triffst Figuren, die in allen Geschichten auftauchen.
Und lernst ihr Schicksal kennen.
Entdeckst, was wirklich zusammengehört und was nicht.

Und dann kommt das Ende.

Diese eine letzte, fünfte Geschichte.

Die alles hinterfragt, woran du bei 13zehn 400 Seiten lang geglaubt hast.
Die das wahre Mysterium aufdeckt.

Also: Bist du bereit für die Wahrheit?
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Also ich finde das klingt super. Ob ich bereit für die Wahrheit bin? Wir werden sehen 😉

Lasair, Rayon – Drachenjagd (Leviathan Saga Band 1)

Drachenjagd (Leviathan Saga Band 1) – Rayon Lasair

„Die kleine Riva ist glücklich, gerade sitzt sie mit ihrer Mutter am Tisch und stibitzt eine der selbstangebauten Kartoffeln vom Tisch, als ihr Vater zur Tür herein kommt. Riva bewundert ihren Vater, den Drachenjäger. Zu gerne würde sie mehr über die Drachen und seine Arbeit erfahren, doch Arnas hält sich zurück, blockt sogar ab. Von ihrer Mutter erfährt sie, das ihr Vater bei der Jagd auf einen sogenannten Leviathan seine geliebte Schwester verlor. Seitdem macht er erst recht Jagd auf sie, ist nahezu besessen. Und Riva wird gegen ihren Willen ebenfalls zur Jägerin ausgebildet….“

Riva ist zwar noch recht jung, hat dennoch ihren eigenen Kopf und weiß ganz genau was sie will. Doch richtig durchsetzen kann sie sich (noch?) nicht. Kellan ist zwar nur etwas älter als sie, hat dennoch schon einiges mitgemacht in seinem Leben. Als Waisenjunge ist seine Kindheit kein Zuckerschlecken, er ist verloren, hoffnungslos und sieht sich selbst als Feigling.

Dies ist mein erster Ausflug in das Genre Steampunk, dementsprechend gespannt war ich, was mich wohl erwartet.

Als erstes fiel mir die bildgewaltige Sprache der Autorin auf. Jeder Gedanke und jedes Gefühl wird so emotional wieder gegeben, das mir so manche Szene nahe ging, z.B. die Darstellung Kellans Angst auf der Flucht vor der Hexe und seiner Einzelhaft. Diese Wortgewandtheit zieht sich durch das gesamte Buch.

Die Autorin erzählt abwechselnd die Geschichte von Riva, die wohlbehütet bei ihren Eltern im Wald aufwächst, abgeschieden vom Rest der Menschheit. Je älter sie jedoch wird, desto größer ist der Wunsch, die gesteckte Grenzlinie um das Grundstück herum, zu verlassen. In die Stadt zu den Blechgesichtern möchte sie aber nicht, sie zieht es in die Weite der Wälder mit seinen sagenhaften Gestalten. Der Unterschied zwischen ihr und Kellan könnte nicht größer sein: Einsam und verlassen, in dreckigen Kleidern, versucht er, sich im Waisenhaus durchzuschlagen. Auf der Suche nach dem Glück landet er in Silver Hill, einer wundersamen Stadt mit vielen wundervollen Erfindungen und besonderen Einwohnern.

Rayon Lasair beschreibt in ihrem Buch eine wunderbare Welt voller Gegensätze. Auf der einen Seite Silver Hill, ein Stadtteil voller Erfinder, Werkstätten und arbeitenden Menschen, auf der anderen Seite Riverport mit seinen betrunkenen Einwohnern, dreckig und rauchig, dort lebt der Abschaum. Und dann noch Galahan, der Wald mit seinen zauberhaften Geisterwesen. Jeder Ort hat seinen besonderen Flair, der meiner Meinung nach hervorragend dargestellt wird. Ich hatte keine Probleme, mir alles vorzustellen, so detailverliebt kommen die Schilderungen daher. Und mitten drin stecken Riva und Kellan, die ihren Weg finden und sich behaupten müssen.

Ich habe mich schnell in die Geschichte fallen lassen können, lies mich mitreisen von den Schilderungen der Bewohner, der Orte und der Geistergestalten. Dies ist der Auftakt der Reihe, darum wurde hier viel Wert auf die Entwicklung der Figuren gelegt.Ich fand es sehr spannend zu beobachten, wie Riva „erwachsen“ wird und versucht, aus den ihr gesteckten Grenzen auszubrechen.

Die im Titel angekündigte Drachenjagd habe ich etwas vermisst, diese wird nur nebenbei abgehandelt, wird vielleicht in Zukunft noch eine Rolle spielen? Ich jedenfalls bin nun neugierig, wie es mit Riva und Kellan weiter geht. Ein paar Andeutungen wurden bereits eingestreut, ich freue mich auf die Fortsetzung.

Das Buch ist als Jugendbuch deklariert, dies hat mich beim lesen jedoch nicht gestört. Trotz der beiden sehr jungen Hauptprotagonisten ist es eine Geschichte, die durchaus auch Erwachsene in ihren Bann ziehen kann.

  • 211 Seiten
  • Verlag: Independently published (1. Juni 2019)
  • ISBN-10: 109897042X ISBN-13: 978-1098970420

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