Spiegel und Co.: Bestsellerlisten und ihre Geschichte

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Jeder kennt sie, die Bestseller-Listen von Spiegel, Amazon und Co. Doch wie kommen diese zustande bzw. wer entscheidet welche Bücher dort zu finden sind?

Für z.B. die Spiegel Bestseller-Liste werden  durch elektronische Abfragen etwa 4200 Verkaufsstellen ausgewertet. Diese Verkaufsstellen sind Buchhändler, Online-Shops, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- und Warenhäuser etc.  Diese Daten werden täglich in die Datenbank von media control eingelesen. Um aussagekräftige Listen zu erhalten werden die Titel zum einen nach Inhalt, zum anderen nach Buchtypen wie Hardcover, Taschenbuch und Paperback sortiert. Aus der Anzahl der verkauften Exemplare je Titel ergibt sich die jeweilige Reihenfolge in den Rankings.

Die Bücher müssen allerdings auch einigen Anforderungen gerecht werden. So gelten beispielsweise für die Spiegel Bestsellerlisten folgende inhaltliche und editorische Anforderungen: Es muss sich um eine Original- oder deutsche Erstausgabe in gedruckter Form und um eigenschöpferische Leistungen handeln. Nachschlagewerke, Schulbücher, Ratgeber wie z.B. Kochbücher, Reiseführer oder auch Bildbände werden nicht berücksichtigt, ebenso nicht Kinder- und Jugendbücher mit Altersangabe unter 14 Jahre. Zudem gibt es für die Bestsellerliste Taschenbücher weitergefasste Regeln.

Neben den inhaltlichen und editorischen Kriterien muss ein Hardcover über

  • Dreiseitig überstehende Kanten
  • Dreiteilige Buchdecke
  • Vollflächig verklebte Vorsatzseite 1 und 4
  • Offener (freier) Rücken.

verfügen.

Für ein Paperback gelten folgende Richtlinien:

  • Seitenhöhe mindestens 20,5 cm
  • Klappe an Umschlagseiten 1 und 4

Für die SPIEGEL-Bestsellerliste Taschenbuch gilt die Faustregel: Alles, was nicht Hardcover oder Paperback ist, ist ein Taschenbuch.

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In welche Rubrik ein Buch schlussendlich einsortiert wird entscheiden die Verlage. Manchmal wird etwas, was ein Roman ist, als Sachbuch verkauft, weil man leichter auf die Sachbuch-Bestsellerliste kommt als auf die Belletristik-Liste. Dabei handelt es sich für beide Seiten um ein Marketinginstrument. Aushängende Bestsellerlisten in den  Buchhandlungen sind  einerseits Werbung für den „Spiegel“, andererseits Werbung für die Bücher, die Buchhandlungen und die Verlage.

Bereits im Jahr 1895 veröffentlichte die amerikanische Literaturzeitschrift „The Bookman“ die erste Bestsellerliste ins Leben.  Im Jahr 1927 veröffentlichte die Zeitschrift „Die literarische Welt“  im unregelmäßig eine zu Beginn viel diskutierte erste eigene Liste. Die ersten drei Titel waren damals „Hermann Hesse – Steppenwolf“, Alfred Neumann – Der Teufel“ und “ Gunnar Gunnarsson – Die Leute auf Borg“.

Erst wieder zu Beginn der 1960er Jahre etablierten sich dann weitere Bestsellerlisten , als „Die Zeit“ einen Seller-Teller veröffentlichte und kurze Zeit später das Magazin „Der Spiegle“ eine gleichartige Liste einführte. Die gebräuchlichsten Unterteilungen sind Sachbücher und Belletristik, jeweils für Taschenbuch- und gebundene Ausgaben. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich jedoch auch eigene Listen für Hörbücher, Krimis, Kinder-und Jugendliteratur, Bilderbücher und Wirtschaftsliteratur auf dem Buchmarkt etabliert.

Nicht mit den Bestsellerlisten zu verwechseln sind die sogenannten Bestenlisten, die sich nicht auf die Verkaufszahlen beziehen sondern lediglich auf die Empfehlungen einer Jury. Literaturkritiker nennen ihre persönlichen Favoriten und vergeben Punkte und können bestimmte Empfehlungen aussprechen.  Die SWF-Bestenliste findet großen Anklang bei Buchhändlern und Privathaushalten und hat somit einen bedeutenden Einfluss auf die Meinungsbildung der Gesellschaft.

Quelle: Spiegel.de, Wikipedia.de

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