Richter, Markus – Ohne Herz

Mariannas Sohn Hansi freut sich sehr auf den Ausflug in die Berge. Seit Tagen wird der kleine Rucksack aus- und wieder eingepackt. Endlich geht es los. Der Weg führt über einen ausgetretenen Holzfällerpfad am Abgrund der Partnachklamm vorbei, dann geht es weiter über die Kälberhütte. Schon bald jedoch wird Hansi müde, der Weg hoch zum Schachenschloss ist auch für Erwachsene eine Herausforderung, erst recht für ein sechjähriges Kind. Marianna grübelt, ob es richtig war den kleinen Buben mitzunehmen, doch nun ist es zu spät zum umkehren. Die Mutter ruft nach ihrem Kind, weiter geht es. Doch Hansi ist plötzlich spurlos verschwunden….

Wie schon beim ersten Band „Ins Herz“ habe ich mich sofort in das Cover verliebt. Die Atmosphäre des Buches ist wieder vortrefflich eingefangen. Beim aufklappen des Buches sprangen mir gleich zwei alte Fotos mit Beschreibung ins Auge, mit einer tollen Erklärung des Autors dazu. Dann folgt die kurze Vorstellung der Figuren, die macht es dem Leser leichter sich zurecht zu finden.

Jedes Kapitel beginnt mit einer Grafik, Text und Bild laufen ineinander, zum Seitenende hin läuft die Schrift aus ins Helle. Die Idee gefällt mir sehr gut, leider hatte ich durch die schwarze Schrift und den schwarzen bzw. sehr dunklen Hintergrund manchmal Schwierigkeiten den Text zu lesen.

Markus Richter hat es auch im zweiten Teil wieder geschafft aus einer historischen Vorlage eine spannungsgeladene Geschichte zu erzählen. Er erzählt über Intrigen und Schleimereien um den besten Platz an der Seite Ludwig II. zu bekommen oder sogar um den König ganz aus dem Weg zu räumen. Die wunderbaren und liebevollen Beschreibungen sind wieder sehr detailgetreu, auch jemand der noch nie in der Gegend war kann sich somit alles sehr gut vorstellen. Durch diese genauen Schilderungen kann das Buch für manche Leser vielleicht langatmig wirken, ich finde sie allerdings toll und habe jede Zeile genossen. Jedes Gebäude, jeden Raum und auch jede Figur stand quasi bildlich vor mir.

Das Wettrennen gegen die Zeit, ein Rennen um Leben und Tot, lies mich durch die Seiten fliegen, ich litt mit Marianna und hoffte mit Lenz, Klara und Heiland, dass sie heil aus der Geschichte heraus kommen. Eingestreute Hinweise sind dosiert plaziert, bis zum Ende war mir unklar wer der mysteriöse Mittelsmann ist und in welchem Zusammenhang er mit der Geschichte steht. Ein lesenswertes Buch, nicht für für Fans des bayerischen Königshauses. Unbedingt aber zuerst den ersten Teil lesen, die Rezension dazu gibt es hier: Rezension zu Ins Herz - Markus Richter

  • 390 Seiten
  • Verlag: edition tingeltangel; Auflage: Originalausgabe (30. September 2019)
  • ISBN-13: 978-3944936536
Ximonic, Simo Räsänen (post-processing) & Tauno Räsänen (photograph)

Über den Autor:

Markus Richter arbeitete fast 20 Jahre im berühmteste Schloss Neuschwanstein. Zuletzt war er als Kastellan für die täglichen Abläufe zuständig. Einige Jahre wohnte er sogar im „Märchenschloss“. Eines Tages stolperte er bei seiner Recherche für eine Schlossführung über die Chronik des Dorflehrers Alois Left, dort fand er einen Eintrag über den Tod des Bauführers Herold.  Sofort davon gefesselt lies ihn die kurze, eher beiläufige Notiz nicht los, vor allem, da Left alle anderen Todesfälle am Schlossbau sehr ausführlich beschrieb. Die Fantasie des vierfachen Vaters begann zu arbeiten… Mehr über den Autor findet ihr auf seiner Website: -->Markus Richter<--

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