Limar, Fiona – Spiegel der Angst

Spiegel der Angst – Fiona Limar

„Panisch stürzt Heike nach einem endlos scheinenden Flur durch eine Türe ins Freie. Sie will weg, nur noch weg. Ihr Auto steht zum Glück in der Nähe, auf dem Weg dorthin fällt sie, ignoriert die Schmerzen. Endlich im Auto weiß sie nicht wohin, fährt einfach drauf los. Plötzlich kommen ihr zwei große kreisrunde Lichter entgegen….“

Kommissar Ludwig und seine Kollegen Marie Liebig, Jonas Ehrlicher und Oliver Kral bilden das Herzstück des Buches. Sie sind das Dream-Team der Polizeidirektion, verstehen sich auch privat sehr gut, sind loyal und aufeinander eingespielt. In ihren Ermittlungen bekommen sie es mit Heike und ihrem Ehemann Volker zu tun. Sie scheint unsicher, doch ihr liebevoller Ehemann kümmert sich rührend um sie, bevormundet sie. Sie sagt, er sorgt sich um sie, doch zwischen Sorge und Bevormundung liegt ein schmaler Grat.

Bereits im ersten Kapitel gelingt es Fiona Limar, Spannung aufzubauen. Den nachfolgenden Kapiteln gelingt es mühelos, diese Spannung nicht abflachen zu lassen. Zwischendrin sorgen ruhigere Kapitel dafür, dass der Leser sich ganz auf das Geschehen einlassen kann, seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Brutalere Szenen werden nur angedeutet und nicht bis ins kleinste Detail ausgeschlachtet, mein Kopfkino hatte dann seinen Einsatz. Fiona Limar schreibt fesselnd, driftet nicht durch die Beschreibung von Nebensächlichkeiten von der eigenen Geschichte ab. Die wörtliche Rede ist angenehm verteilt, zu viel davon stört mich manchmal in meinem Lesefluss.

Die Aufarbeitung von Heikes Problemen in der psychosomatischen Klinik ist äußerst interessant, man merkt das Fachwissen der Autorin, alle Vorkommnisse sind nachvollziehbar und schlüssig.

Auch gefällt mir, dass das Privatleben der Ermittler keinen großen Raum einnimmt. Es gibt zwar immer wieder mal kleine Andeutungen, ansonsten bleiben sie eher bedeckt. Somit konnte ich mich ganz auf das eigentliche Geschehen konzentrieren.  Kleine Humorvolle Spitzen brachten mich zum schmunzeln, diese sind aber so gut verteilt dass sie in einem Thriller nicht fehl am Platz wirken.

Trotz meiner Lobeshymnen habe ich dennoch einen winzig kleinen Kritikpunkt:  Die Geschichte handelt im Jetzt, aber ich habe glaube zweimal gelesen, das nach einer Schilderung ein Satz folgte, der einen Ausblick in die Zukunft gibt. In einer Szene ging es darum, das eine Mutter nach einem Streit Abends mit ihrer Tochter reden wollte. Darauf folgte der Satz: Doch sie sollte keine Gelegenheit dazu bekommen. Solche Einwürfe mag ich nicht so sehr, ich folge lieber der Geschichte und lasse mich überraschen. Dies ist nun aber jammern auf hohem Niveau und hat dem Ablauf und dem Spannungsbogen auch nicht geschadet.

Fiona Limar ist eine meiner Lieblingsautorinnen und hat mit diesem Buch wieder meinen Geschmack getroffen. Ich kann jedem nur empfehlen, ihre Bücher zu lesen und sich von meiner Begeisterung anstecken zu lassen.

Unter "Rezensionen nach Autor" findet ihr weitere Rezensionen von mir zu Fiona Limars Büchern

  • 329 Seiten
  • Verlag: Independently published (25. August 2019)
  • ISBN-10: 1085960048 ISBN-13: 978-1085960045

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